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Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern investiert in Forstmaschinen
03/12/2007 - 11:31
Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern Harvester ForwarderDie Arbeitsgemeinschaft forstwirtschaftlicher Lohnunternehmer (AfL) Mecklenburg-Vorpommern kritisiert die steigende Eigenmechanisierung mit Harvestern und Forwardern der Landesforstanstalt in Mecklenburg-Vorpommern. Wie der AfL-Vorsitzende Dirk Reishaus in Erfahrung gebracht hat, will die Landesanstalt die Anzahl der in Eigenregie betriebenen Harvester von heute drei auf neun Stück im Jahr 2012 erhöhen. Bei einer Jahresarbeitsleistung von 30.000 Fm pro Maschine und einem geplanten jährlichen Einschlag von 900.000 Fm würde die Landesforstanstalt etwa 30 % mit eigenen Maschinen ernten. Zieht man knapp 100000 Fm ab, die für private Brennholzselbstwerber vorgesehen sind, steigt der Anteil auf etwa 34 %. Zieht man auch die motormanuell zu erntenden Bestände ab, steigt der Prozentsatz noch höher, die AfL schätzt auf knapp 50 %.

Forstunternehmer Dirk ReishausDie etwa 120 Forstunternehmer des nordöstlichen Bundeslandes sorgen sich bei solchen Zahlen natürlich um die Auslastung der eigenen Maschinen. Die Investitionen sind aus Sicht des Verbandes um so weniger zu verstehen, als dass die etwa 80 Harvester der Forstunternehmen vielfach gefördert wurden – mit der Maßgabe, Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Wie die Unternehmen das schaffen sollen, wenn sich der Staat als Auftraggeber zurückzieht, fragt nicht nur Dirk Reishaus. Zudem befürchten die Unternehmer, dass die Landesanstalt den Forstunternehmern auch im Nichtstaatswald Konkurrenz machen wird. In ihrem Internetauftritt bietet die Landesanstalt den Einsatz ihrer Harvester und Forwarder in Dienstleistung zumindest unmissverständlich an. Die landeseigenen Maschinen haben im Sommer 2007 etwa 9000 Fm Kiefernschadholz im größeren Privatwald aufgearbeitet. Für 13,45 Euro/Fm frei Waldstraße, wie die AfL Mecklenburg-Vorpommern erfahren hat. Angeblich habe die Landesanstalt in der Nachkalkulation sogar festgestellt, dass sie noch günstiger hätte anbieten können. Das ist ein Kostensatz, der aus Sicht der Unternehmer nur möglich ist, weil die Landesforstanstalt keine Finanzierungskosten kalkulieren muss, keine Versicherungskosten oder gar einen Unternehmergewinn. Da die Maschinen im Landeswald darüber hinaus vorwiegend in großen zusammenhängenden Waldgebieten eingesetzt werden, entstehen weitere Kostenvorteile gegenüber den Forstunternehmern.

Die Landesforstanstalt weist die Kritik weitgehend zurück. Mit den Investitionen in die hochmechanisierte Holzernte gleiche sie nicht einmal die sinkende Arbeitskapazität aus, die sich aus dem sozialverträglichen Abbau der Waldarbeiter ergebe. Da zudem der Holzeinschlag auf 900.000 Fm jährlich erhöht wird, nehme unter dem Strich das Arbeitsvolumen für die Forstunternehmer in den nächsten Jahren sogar zu. Eine schlechtere Auftragslage für die Forstunternehmer im Landeswald könne jedoch in solchen Regionen nicht ausgeschlossen werden, in denen die Maschinen schwerpunktmäßig eingesetzt werden.
Die Landesforstanstalt plant keinesfalls, die eigene Harvesterflotte in größerem Umfang im Nichtstaatswald einzusetzen. Nur wenn im Einsatzgebiet der Maschinen Landes- und Privatwald im Gemengelage aufträten, sei dies auf Wunsch der Waldbesitzer möglich oder bei Kalamitäten. Die AfL Mecklenburg-Vorpommern versucht nun in den Gesprächen mit der Landesforstanstalt, eine Quotenregelung für die hochmechanisierte Holzernte im Landeswald zu erreichen. Eine solche gibt es seit Jahren in Niedersachsen, wo die Landesforsten nicht mehr als ein Drittel der maschinentauglichen Bestände mit eigenen Maschinen abarbeiten.
(Oliver Gabriel, Forst & Technik)
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